Naunhofer Handwerk mit Tradition und Zukunft

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1926 zog hier Walter Fritzsche ein, nachdem er ein paar Häuser weiter drei Jahre zuvor in einer Bodenkammer eine eigene Tischler-Werkstatt gegründet hatte. Dort war mit der Zeit der Platz zu eng geworden für viel gefragte Handwerksleistungen.

42 Jahre später übernahm Walter Fritzsche junior die Handwerksfirma des Vaters. Fritzsche Junior hatte ein Jahr zuvor seinen Meister als Rahmenglaser gemacht. Jetzt hat auch Walter, der im Dezember 65 wird, den Stafettenstab weitergegeben an seinen Sohn. Jörg Fritzsche, der 1997 die Tischlermeisterprüfung ablegte, ist seit Jahresbeginn Inhaber des Betriebes, in dem seit nunmehr über 87 Jahren Familiengeschichte fest mit Handwerkstradition verbunden ist.

Im Büro der Firma kann man das auch auf einen Blick sehen: Die Meisterbriefe der drei Meister hängen an einer Wand. Wie sie verraten auch die breit gefächerten handwerklichern Leistungen, die der Betrieb bietet, dass hier jahrzehntelange handwerkliche Tradition mit moderner Technik und Technologie eine zukunftsträchtige Verbindung eingegangen sind. Fritzsche – der Name steht unter anderem für Türen und Brandschutzverglasungen im Naunhofer Rathaus, für Türen in Naunhofs neuer Sporthalle, für die Sonnnenschutzanlage an der Sachsenklinik in Erdmannshain, für denkmalgeschützte Türen und Fenster im Stadtgut und an ungezählten Wohnhäusern. Fritzsches Leistungen sind in Naunhof ebenso gefragt wie in Nürnberg, Chemnitz oder Nauen. Fritzsche hilft auch, wenn eine Scheibe zu Bruch geht. Fritzsche ist da, wenn Hausbesitzer besondere Wünsche mit Glas oder Holz haben.

„Vielseitigkeit ist eine unserer Stärke. Über die Jahrzehnte hinweg haben wir traditionelle handwerkliche Fertigkeiten bewahrt und gleichzeitig die Weichen für Neues gestellt“, sagt der Altmeister. Ein Anspruch sei dabei immer geblieben: Qualitätsarbeit. Firmengründer Walter Fritzsche würde  staunen, was aus seiner Tischlerei geworden ist. Der Großvater zog seinerzeit von Naunhof aus noch mit dem Handwagen los, um beispielsweise in Leipzig am Hauptbahnhof  Tischlerarbeiten auszuführen oder im Belgershainer Schloss Fenster einzusetzen. Außer der alten Bandsäge von damals, die immer noch ihre guten Dienste verrichtet, erinnert heute in der Werkstattausrüstung fast nichts mehr an die Gründerjahre. Längst ist hier im Bankraum, im Schleifraum, im Zuschnitt- oder im Spritzraum die neue Technik eingezogen: Hobelmaschine; Formatkreissäge; Schwenktischfräse… Geblieben aber ist über all die Jahrzehnte eines, ohne das selbst moderne Technik wenig wäre: die Liebe zum Handwerk. Jörg Fritzsche bezeichnet sie als die „Seele des Berufes“. (LVZ.A.Läbe.25.02.2010)